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Autoren im Rauschwerk-Katalog

StartBücherAutoren › Julian Vance

Julian Vance

Julian erfindet lieber neue Spielzüge, als eine Partie zu verlieren.

Julian Vance verkaufte Fisch in Bristol, verbesserte Speisekarten in Antwerpen und lernte in einer schottischen Küche, sich von Vorlagen zu lösen. EROTIC HYPNOSIS: The Masterclass verbindet seine Lust an Varianten mit der Frage, wie Menschen einem gemeinsamen Ablauf eine Sprache geben, die tatsächlich zu ihnen passt.

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1 Buch
Themen
Hypnose & Trance

Biografie

Julian Vance besitzt ein Schachspiel, das ihm seine Schwester mit der Bedingung schenkte, endlich auch einmal eine Partie zu Ende zu spielen. Die Figuren sind verschieden groß, zwei Bauern stammen aus einem anderen Satz. Julian verändert lieber Ausgangsstellungen, als eine Niederlage abzuwarten. Diese Neigung zu Varianten hat etwas Verspieltes und etwas Ausweichendes. Seine Schwester unterscheidet beides mit großer Sicherheit und lässt ihm beim gemeinsamen Spielen deutlich weniger durchgehen als den Figuren.

In Bristol stand Julian mehrere Jahre hinter dem Tresen eines kleinen Fischladens. Er schrieb Preisschilder, legte Ware aus und gewöhnte sich an sehr frühe Morgen. Manche Stammkunden wollten jedes Detail erklärt bekommen, andere nur rasch etwas auswählen. Julian lernte, dieselbe Sache unterschiedlich zu beschreiben. Wenn er zu ausführlich wurde, hielt ihm ein Kollege wortlos die nächste leere Kiste hin. Heute vermisst er diesen ausgesprochen verständlichen Hinweis auf das Ende eines Monologs.

Später zog er nach Antwerpen und half in einem Laden für gebrauchte Bücher. Nebenbei besserte er holprige englische Speisekarten für Bekannte aus. Besonders lange beschäftigten ihn die vermeintlich einfachen Wörter: Wie freundlich ist ein Satz gemeint, und wie kommt er tatsächlich an? Er schrieb mehrere Möglichkeiten untereinander. Manchmal war die kürzeste zugleich die unpassendste. Es machte ihm Freude, nicht bloß Fehler zu entfernen, sondern die Absicht hinter einer Formulierung zu erkennen.

Eine weitere Station führte ihn in ein kleines Haus an der schottischen Küste, das Freunde nach und nach instand setzten. Julian half beim Abschleifen der Fensterrahmen und übernahm die Küche. Aus einem geborgten Rezeptbuch kochte er sich wochenlang durch Suppen und Eintöpfe. Erst als Zutaten fehlten, wagte er eigene Änderungen. Einige Gerichte misslangen, andere wollte niemand mehr genau nach Vorlage essen. Das Vertrauen in eine Vorlage und die Freiheit gegenüber ihr beschäftigten ihn danach auch beim Schreiben.

Sein Interesse an erotischer Hypnose entwickelte sich beim Lesen und beim privaten Austausch über Sprache, Aufmerksamkeit und Fantasie. In EROTIC HYPNOSIS: The Masterclass beschäftigt ihn besonders, wie aus einem gelesenen Ablauf etwas Eigenes werden kann. Ein Satz muss für die Menschen passen, die ihn miteinander verwenden. Julian probiert gern Varianten aus, hält Rückmeldungen aber für wichtiger als die raffinierte Idee. Auch die Entscheidung, etwas wegzulassen, kann Teil einer sorgfältigen Gestaltung sein.

Heute lebt Julian wieder in Bristol und kauft beim Lebensmittelhändler regelmäßig Dinge, deren Verwendung er erst später nachschlägt. Auf Reisen braucht er länger für die Auswahl eines Buches als für das Packen der Kleidung. Seine Neugier ist großzügig, seine Geduld mit einem mäßigen eigenen Versuch kleiner. An beidem arbeitet er. Das Schachspiel bleibt griffbereit; inzwischen beendet er die meisten Partien und erklärt hinterher nur noch gelegentlich, welche Variante eigentlich viel interessanter gewesen wäre.

Werk & Themen

EROTIC HYPNOSIS: The Masterclass ist Julian Vances englischsprachiger Titel im Themenfeld erotischer Hypnose. Er ist eine Leseoption für Erwachsene, die sich mit diesem Thema vertiefend beschäftigen möchten. Gerade bei einem Gegenstand, in dem Worte eine so große Rolle spielen, gehört die Sprache des Buchs zur persönlichen Auswahl.

Unser Zugang zu diesem Titel führt über eine spannende Frage: Wann klingt eine Formulierung nach einer passenden Einladung und wann nach einer übernommenen Rolle? Wer sich für die Gestaltung gemeinsamer Trance interessiert, kann beim Lesen auf diesen Unterschied achten. Verstehen, was ein Gedanke meint, und passende eigene Worte dafür finden, sind zwei miteinander verbundene Aufgaben.

Lektüre & Zugang

Wir empfehlen eine Lektüre, die Erklärungen und persönliche Resonanz auseinanderhält. Ein Gedanke kann verständlich sein, obwohl die gewählte englische Formulierung Ihnen fremd bleibt. Umgekehrt kann ein einzelner Satz faszinieren, bevor sein Zusammenhang klar ist. Gerade diese Reibung macht die Beschäftigung mit sprachbezogenen Themen interessant: Zustimmung zum Gedanken und Freude am Klang sind verschiedene Dinge.

Für deutschsprachige Leser kommt eine weitere Ebene hinzu. Was im Englischen beiläufig klingt, kann wörtlich übertragen plötzlich feierlich wirken. Es lohnt sich deshalb, bei der Lektüre den gemeinten Gedanken mitzunehmen. Eine passende Wendung in der eigenen Sprache lässt sich oft erst finden, wenn klar ist, welche Einladung oder Vorstellung damit überhaupt verbunden sein soll.

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Diese Biografie ist von der Autorin oder dem Autor und den Büchern inspiriert. Persönliche Lebensstationen sind zum Schutz ihrer Identität erzählerisch erfunden.