Romy Winter nahm Wohnungsanzeigen in Bochum auf, führte Hunde in Wien aus und verkaufte später Blumen in Hannover. DIRTY TALK: Der Lehrgang trägt ihren Humor, ihre hartnäckige Verlegenheit und die Neugier darauf, wie aus einem vorbereiteten Satz ein persönliches Gespräch wird.
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Biografie
Romy Winter hat eine Liebeserklärung einmal mit einer Formulierung begonnen, die sie aus einer Wohnungsanzeige kannte. Sie wollte sagen, dass sie gern näher wäre, und brachte stattdessen etwas von idealer Verkehrsanbindung hervor. Beide lachten, Romy wurde rot, und der Abend ging deutlich leichter weiter als erwartet. Die Geschichte erzählt sie heute bereitwillig. Zu gut kennt sie den Versuch, ein persönliches Risiko hinter einem besonders gelungenen Satz zu verstecken.
Romy betreute anfangs die Telefonzeiten eines kleinen Vermietungsbüros in Bochum. Sie nummerierte Schlüssel, vereinbarte Besichtigungen und übertrug Angaben in Wohnungsanzeigen. Dabei lernte sie eine merkwürdige Sprache: Eine laute Straße hieß verkehrsgünstige Lage, ein winziges Zimmer kompakter Wohnraum. Vor Ort fragten die Interessenten dann sehr direkt, ob das Bett hineinpasste. Romy mochte diese Rückkehr zu gewöhnlichen Worten. Sie hob besonders umständliche Formulierungen auf und las sie Freunden vor, bis ihr auffiel, wie oft sie selbst ähnlich sprach, sobald ihr etwas wichtig wurde.
In Wien arbeitete sie später in einer privaten Tierpension. Morgens wurden Näpfe gefüllt, Böden gewischt und Hunde ausgeführt. Zu den Bewohnern gehörte ein kleiner, ausgesprochen bestimmter Terrier, der auf jeder Runde denselben Umweg verlangte. Romy sagte dazu leichter Nein als zu ihren Mitbewohnern, die sie ständig um zusätzliche Gefallen baten. Als eine dieser Bitten ihr freies Wochenende vollständig ausfüllte, sagte sie erstmals einen bereits zugesagten Teil wieder ab. Das Gespräch war unangenehm. Danach blieb der freie Sonntag tatsächlich frei, und die Freundschaft bestand weiter.
Zurück in Deutschland landete Romy in Hannover und zeitweise hinter der Theke eines Blumenladens. Zwischen Geburtstagssträußen und Entschuldigungsrosen begegnete ihr die alte Frage aus dem Vermietungsbüro erneut: Was möchte jemand sagen, und was steht am Ende auf der Karte? Sie begann, private Erlebnisse in kurzen Dialogen aufzuschreiben. Ihre ersten Texte gab sie einer Freundin beim gemeinsamen Essen zu lesen. Besonders peinliche Stellen wollte sie zunächst erklären. Die Freundin las lieber erst zu Ende.
Heute kennt Romy erstaunlich viele Hunderassen und verwechselt zuverlässig die Namen ihrer Zimmerpflanzen. Sie isst gern scharf, sieht alberne Kriminalkomödien und braucht für Glückwunschkarten immer noch lange. Ihre Verlegenheit verschwindet selten durch Nachdenken; meist wird sie kleiner, sobald ein Gespräch begonnen hat. »DIRTY TALK: Der Lehrgang« greift ihre Neugier auf die eigene Sprache in intimen Situationen auf. Welche Worte fühlen sich verspielt an, welche nur aufgesetzt? Romy mag den Versuch, das gemeinsam herauszufinden. Eine gewisse Komik gehört für sie dazu. Die ideale Verkehrsanbindung hat sie übrigens bis heute nicht wiederverwendet.
Buch von Romy Winter
Einige der verlinkten Bücher sind nur für Erwachsene bestimmt.
Deutsch 1
- RW
Sexualität & Beziehungen · Deutsch · Ab 18 Jahren
DIRTY TALK: Der Lehrgang
Ein Übungsweg für die eigene Sprache in intimen Situationen.
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