Vor einer Veröffentlichung mit KI-Unterstützung stehen drei getrennte Prüfungen: gesetzliche Transparenzpflichten, Angaben der Plattform und Verantwortung für die Endfassung. Dieser Leitfaden ordnet diese Fragen, damit Sie die passende Vorgabe für Ihr Buch oder Ihren Text prüfen können.
Artikel 50: Inhalt und Rolle unterscheiden
Artikel 50 der EU-KI-Verordnung unterscheidet unter anderem Anbieterpflichten zur technischen Kennzeichnung und Offenlegungspflichten beim Einsatz bestimmter Inhalte. Für Texte betrifft Absatz 4 Veröffentlichungen, deren Zweck die Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ist. Die Vorschrift nennt eine Ausnahme bei menschlicher Überprüfung oder redaktioneller Kontrolle und einer natürlichen oder juristischen Person mit redaktioneller Verantwortung. Für Deepfakes aus Bild, Ton oder Video enthält derselbe Artikel eigene Regeln.
Maßgeblich ist die konsolidierte Fassung auf EUR-Lex, insbesondere Artikel 50 und die Anwendungs- und Übergangsbestimmungen in Artikeln 111 und 113. Stand dieser Einordnung: 14. September 2026. Die Regeln sind nach Rolle, Inhalt und Zeitpunkt zu prüfen; ein Lektorat ist kein pauschaler Nachweis, dass jede Pflicht entfällt.
KDP-Angaben gesondert prüfen
Die KDP-Inhaltsrichtlinien unterscheiden KI-generierte und KI-assistierte Inhalte. Die Plattform verlangt Angaben zu KI-generierten Texten, Bildern und Übersetzungen. Eine nachträgliche Bearbeitung macht ursprünglich generierten Inhalt nicht automatisch zu lediglich assistiertem Inhalt. Diese Plattformangaben sind eine eigene Prüfung neben gesetzlichen Pflichten.
Ein Arbeitsblatt je Ausgabe
| Frage | Dokumentation |
|---|---|
| Was wurde generiert oder bearbeitet? | Textabschnitt, Übersetzung, Cover oder Abbildung mit Versionsstand |
| Wozu wird der Inhalt veröffentlicht? | Zweck und Zielgruppe beschreiben |
| Wer prüft die Substanz? | Name, konkrete Prüfaufgaben und offene Fragen |
| Wer trägt die Verantwortung? | Freigabe der endgültigen Veröffentlichung festhalten |
| Welche Angaben sind nötig? | Gesetzliche Einordnung und Plattformangaben getrennt dokumentieren |
Redaktionelle Arbeit sichtbar machen
Unser redaktioneller Arbeitsvorschlag: Aussagen mit Belegen abgleichen, Namen und Zahlen prüfen, Widersprüche bearbeiten und die freigegebene Version eindeutig festhalten. Wird der Text danach wesentlich verändert, sollte die neue Fassung erneut geprüft werden. Das ist eine nachvollziehbare Arbeitsweise, keine Zusicherung einer gesetzlichen Ausnahme.
Ein Stilcheck kann die Herkunft eines Texts und die rechtliche Einordnung nicht beweisen. Bei Zweifeln über den Anwendungsfall ist eine individuelle rechtliche Prüfung erforderlich. Zur Textarbeit: KI-Lektorat.
Halten Sie die tatsächliche Arbeit am Text fest.
Welche Stellen wurden erzeugt, was wurde bearbeitet und wer prüft die Fassung? Eine klare Zuordnung hilft, die Fragen der Veröffentlichung geordnet zu beantworten.