Ethan Cross war Fahrradkurier in Leeds und reparierte Leihräder auf einem französischen Campingplatz, bevor eine verregnete Tour seinen Ehrgeiz herausforderte. In PEDALTRANCE verbindet sich seine Freude am langen Fahren mit der Neugier auf das, was unterwegs im Kopf geschieht.
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Biografie
Ethan Cross erinnert sich an eine Radtour besonders gern, auf der er sein Ziel nicht erreichte. In den Ardennen wurde aus angekündigtem Nieselregen ein langer, kalter Nachmittag. Ethan fuhr zunächst weiter, ärgerlich auf das Wetter und vor allem auf sich. Schließlich hielt er an einer kleinen Pension. Das trockene Handtuch und die Suppe am Abend sind ihm deutlicher im Gedächtnis geblieben als mancher erreichte Pass.
Seine Beziehung zum Rad begann in Leeds, mit einem gebrauchten Fahrrad und Schichten als Kurier. Die Stadt war für ihn ein Netz aus Abkürzungen, Gegenwind und Bordsteinen, die man besser kannte, bevor man sie im Dunkeln traf. Er lernte, Werkzeug mitzunehmen und trotzdem nicht jedes Problem unterwegs lösen zu können. Nach den ersten Monaten zog er aus einem knarrenden Tretlager zuverlässigere Schlüsse als aus der Wettervorhersage. Bei der Routenplanung überschätzte er sich weiterhin gern.
Später arbeitete Ethan saisonweise auf einem Campingplatz in Frankreich. Morgens kümmerte er sich um Leihfahrräder und kleine Reparaturen, nachmittags fuhr er selbst los. Er mochte das Reisen mit wenigen Sachen und vermisste regelmäßig genau den Gegenstand, den er zu Hause gelassen hatte. In einem langen Sommer begann er, seine Fahrten anders wahrzunehmen: dieselbe Steigung, ähnliche Beine, aber völlig unterschiedliche Gedanken. An manchen Tagen war jeder Kilometer eine Rechnung, an anderen bemerkte er zuerst den Geruch der Hecken.
Die abgebrochene Tour in den Ardennen gab diesem Interesse eine Richtung. Ethan hatte sein Vorhaben so eng mit seinem Bild von Zuverlässigkeit verbunden, dass eine vernünftige Änderung sich wie persönliches Versagen anfühlte. Er beschäftigte sich mit mentaler Vorbereitung und Selbsthypnose, zunächst mit kurzen eigenen Texten vor Ausfahrten. Große Siegesbilder lagen ihm wenig. Er wollte herausfinden, welche Worte ihm halfen, aufmerksam zu beginnen und unterwegs noch Entscheidungen zu treffen, die nicht schon am Schreibtisch feststanden.
Heute lebt Ethan nahe Bristol. Im Flur stehen zwei Fahrräder und genügend Ersatzteile für ein drittes, das wahrscheinlich nie vollständig wird. Er sammelt Papierkarten, backt mittelmäßige Haferkekse und erkennt unterwegs gern Vögel, meist falsch. Vor längeren Touren prüft er seine Ausrüstung sorgfältig; die Trinkflasche vergisst er trotzdem gelegentlich in der Küche. Er fährt weiterhin gern weit. Dass Umkehren ebenfalls eine Entscheidung sein kann, muss er sich an manchen Tagen noch ausdrücklich sagen.
In »PEDALTRANCE« verbindet Ethan Selbsthypnose mit Mentaltraining für Radfahrer. Ihn interessieren die innere Vorbereitung, die eigene Sprache unter Anstrengung und der Umgang mit einer Strecke, die anders verläuft als erwartet. Seine Perspektive bleibt die eines neugierigen Ausdauerfahrers mit Werkzeug in der Satteltasche. Die schönste Erinnerung entsteht unterwegs nicht immer dort, wo sie eingeplant war. Auf seiner Karte der Ardennen hat er deshalb auch die Pension markiert.
Buch von Ethan Cross
Deutsch 1

Lernen & Mentaltraining · Deutsch
PEDALTRANCE
Selbsthypnose und Mentaltraining für Radfahrer und den Ausdauersport.
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Diese Biografie ist von der Autorin oder dem Autor und den Büchern inspiriert. Persönliche Lebensstationen sind zum Schutz ihrer Identität erzählerisch erfunden.